Freitag, 5. Juli 2013

Erwarte nichts ...

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… als ich noch jünger war (also so vor 2 – 3 Jahren hahahahaaa, neeee also so vor gut dschwanschiiisschhh Jahren) hatte ich immer den Eindruck, wenn ich etwas nicht WILL, dann ist es auch nicht so.

Ich habe mich einfach geweigert Dinge hinzunehmen.

Geduld war auch so ne Sache … hab ich gar nicht eingesehen warum ich auf was warten soll, geht ja auch gleich bzw. HAT ja auch gleich zu gehen.

In der Zwischenzeit, und das muss wohl tatsächlich an den Jahren liegen die vergangen sind, ertappe ich mich dabei (und glaubt mir, es überrascht mich sehr), dass ich viele Situationen sogar sehr gerne abwarte.

Sei es das Öffnen eines Pakets (ja ich kann so etwas tatsächlich Tage oder Wochen stehen lassen und freu mich jeden Tag ein wenig mehr), ein schöner Anlass der langsam näher rückt oder, und was viel wichtiger ist, ich kann Lebensumstände die „nun mal so sind“ auch erstmal so sein lassen.

Was für viele vielleicht pragmatisch erscheint, gibt mir eine innere Ruhe, die ich früher ganz sicher nicht hatte. Von wirklicher Gelassenheit bin ich noch weit entfernt, dafür reg ich mich auch weiterhin viel zu oft noch maßlos auf ;-) und dennoch ist es eine Veränderung die mir erst in der letzten Zeit ganz stark bewusst geworden ist.

Der Glaube daran, dass sich mein Leben schon so entwickeln wird wie es gut für mich ist, hat mir in den letzten 1-2 Jahren wirklich gefehlt.

Ich denke gerade die Veränderungen im letzten Jahr waren zwar schmerzhaft, aber ich glaube tatsächlich dass sie mir die Möglichkeit zur Weiterentwicklung gegeben haben.

Loslassen, reflektieren, Vergangenes als schöne Erinnerung behalten aber nicht darauf warten dass dies in irgendeiner Art wiederkehrt, Diskussionen auch mal stillzulegen und zu akzeptieren dass es Themen gibt bei denen man niemals einen gemeinsamen Nenner finden wird (vielen Dank an die liebe Car o für diesen Denkanstoss), Geduld mit sich zu haben und einen Neubeginn, anders aber sicher nicht weniger schön oder spannend, zuzulassen … all das hab ich erlebt, erlebe ich immer noch und erlebe ich hoffentlich auch in Zukunft.

Eine andere Person so anzunehmen wie sie ist, sei es der Partner, das Kind, die Eltern oder Kollegen, empfinden wir oftmals als das Wichtigste überhaupt.

Aber wo bleiben dabei wir selbst? Haben wir es bisher geschafft UNS so anzunehmen wie wir sind? Mit all unseren Fehlern und Schwächen, unseren guten Seiten, unseren Fähigkeiten und Talenten? Wissen wir es wirklich zu schätzen was wir selbst für eine Persönlichkeit sind?

Sind diese Gedanken "egoistisch" oder einfach nur "gesund"?

Ich für mich bin so weit dass ich keine Lust mehr habe etwas zu "erzwingen". 

Die Mutter eine Freundin hat auf deren Hochzeit einmal gesagt:

"Erwarte nichts, und erfreue Dich an dem was kommt".

 Ein wunderbarer Satz oder?



Mit diesem etwas nachdenklicheren Posting wünsche ich Euch noch einen schönen Tag.

Alles Liebe
Eure
Mimi 

Kommentare:

  1. ;)
    wofür gäb´s sonst auch Sprüche, wie den hier: "Abwarten und Tee trinken" ...
    LG
    Car o

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  2. Hallo Mimi,

    ach es ist auch mal schön sich über ernstere Dinge Gedanken zu machen, vor allem weil es mit der Ungeduld bei mir ganz ähnlich ist.^^ Ich frage mich schon ein ganzes Jahr lang ob ich etwas abwarten soll oder endlich die Initiative ergreifen und etwas ändern sollte. Da ist auf der einen Seite das Risiko und auf der anderen die Möglichkeit...*seufz* Da bist du mir in puncto Gelassenheit ein ganzes Stück vorraus.^^

    Viele Grüße ^^

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  3. ich glaube man lernt mit den jahren,,,vieles gelassener zu sehen,,,,viel geduldiger zu sein,,aber auch mutiger im leben,,,und sich nicht mehr alles gefallen läst was man in jungen jahren oft anders macht,,,bei mir war es zuminderstens so....

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  4. Hallo Mimi!!
    Das passt grad auf mich wie die Faust aufs Auge... Mir geht es grad ganz genauso..ich könnte es allerdings nicht so schön ausdrücken wie du ;)))
    Aber auch ich hab im letzten Jahr gelernt Geduld, Geduld, Geduld und ich kann mich inzwischen auch immer mehr freuen auf was, es geht sogar soweit, das mir die Vorfreude wichtiger ist, als z.B. der Inhalt oder das Ereignis!! Aber ich genieße dafür auch mehr!!!
    Und das mit den Diskussionsthemen...das hab ich schon lange akzeptiert. Man reibt sich ja doch bloß auf...
    Jeder hat seine Meinung und wenn es nicht geht, das jeder seine behalten kann muss man einen Mittelweg finden...anders gehts ja nicht!!
    Vielen Dank für diesen Post,
    lg michi

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  5. Liebe Mimi,
    Du sprichst mir da sehr aus der Seele! Auch ich habe im letzten Jahr eine sehr schmerzhafte Erfahrung machen müssen, mit der ich lang noch nicht fertig bin. Aber mittlerweile geht es mir besser damit, auch ich habe Geduld lernen müssen, und der Glaube daran ( oder das Vertrauen ), dass sich mein Leben so entwickeln wird, wie ich es mir wünsche, der kommt erst Stückchen für Stückchen zurück!
    Ich habe immer versucht, andere so zu akzeptieren wie sie sind, mit allen Vor- und Nachteilen, weil es für mich eine Grundvoraussetzung ist, mit anderen sinnvoll zusammenleben zu können!
    Und Du hast absolut recht, wenn Du in Frage stellst, ob wir uns selbst genauso annehmen können - das ist nämlich nicht so! Mir persönlich fällt es noch sehr schwer, aber ich arbeite dran. Mittlerweile weiß ich, dass eine Beziehung, egal zu wem, nur dann funktionieren kann, wenn man mit sich selbst im reinen ist - eben seinen eigenen Wert zu schätzen weiß und das ist schwerer, als man denkt!
    Die Entwicklung, die ich jetzt nehme, hab ich mir auch zu einem Teil gewünscht, aber unter anderen Bedingungen. Es ist nicht egoistisch, sich selbst in einem positiven Licht zu sehen, im Gegenteil, es ist gesund & notwendig!
    Im übrigen auch danke für diesen Post :)
    Liebe Grüße, Barbara
    PS: und Deine Flohmarktfunde sind soo toll!

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  6. Liebe Mimi
    Ein schöner Post. Ich mag es sehr, wenn Leute auch im Blog einmal tiefgründige Gedanken machen. Du hast recht, manchmal muss man Innehalten, in sich hinein hören und abwarten oder handeln. Und Geduld ist leider auch nicht meine Stärke. Und meine vermeintliche Gelassenheit ist spätestens in jenem Augenblick dahin, in dem ich mich dann trotzdem grässlich aufrege, wenn ich finde, dass Ungerechtigkeiten im Gange sind. Ich nehme mir aber immer wieder vor, bei der nächsten Gelegenheit gaaaaanz gelassen zu sein ;-). Na ja, es wäre ja furchtbar, wenn wir perfekt wären. Wir dürfen auch unsere Fehler haben, nur sollten wir sie den anderen auch zugestehen. Immerhin das unterscheidet uns ja von Maschinen. Es ist wichtig, dass wir auch tolerant zu uns sein dürfen, denn auch wir können und sollten immer wieder etwas neues lernen.....dies meistens von Menschen, die uns herausfordern ;-), mit lieben Grüssen Barbara

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