Donnerstag, 21. März 2013

Oma ... "sog, wie füld se denn da Himme o?"




Hallo Ihr Lieben,

heute wäre meine Oma 96 Jahre alt geworden. 


 Obwohl sie schon 1994 für uns alle völlig unvorhergesehen verstorben ist, ist sie mir immer noch so nah dass ich zweimal nachrechnen musste wie lange dass schon her ist.

Meinen Sohn hat sie garnicht mehr kennengelernt und ich frage mich oft was sie so gesagt hätte, zu all den Dingen die in den letzten Jahren passiert sind.

Auch wenn ich oft das Gefühl habe sie könnte mir hier, in meinem Heimatort, hinter jeder Ecke auch heute noch begegenen und mich mit einem "griasdi Deandl, wia geds da denn?" begrüßen ... wäre sie dennoch überrascht wie viel sich hier verändert hat.

Geboren 1917 während des 1. Weltkriegs, eine junge Frau während des 2. Weltkriegs die einige Jahre nach dem Krieg ihren Ehemann an Kriegsfolgen verlor und mit zwei kleinen Kindern allein da stand.

Bei meiner Mutter und ihr bin ich in einem "Dreimädalhaus" groß geworden, sie war immer mehr "meine" Oma als die der anderen Enkel. Sie wohnte teilweise mit uns zusammen und ich glaube auch deshalb habe ich Erinnerungen die den anderen beiden wohl verwehrt geblieben sind.

An Pfannkuchenteig im roten Emaillegefäß, an stundenlanges Nähen während dessen ich mit der Knopfschachtel spielen konnte, an Rosenkranz beten und Gewitterkerze anzünden, an das obligatorische Rummikubspiel nach dem Abendessen, an fleischfreie Freitage, an Hefezopf der einen Zuckerguß hatte den ich bis heute nicht so hinbekomme und an stricken, häkeln und sticken.
 (Wer sich jetzt noch wundert ;-)).
Von Ihr habe ich auch backen und kochen gelernt und das hat ganz gut funktioniert ;-).

All das sind ein paar meiner Erinnerungen an meine Oma aber alte Fotoalben und Briefe haben mir eine Seite gezeigt die ich als Kind nicht wahrgenommen habe.

Die junge Frau, die auf Fotos unbeschwert lacht weil ihre Brüder auf Heimaturlaub sind.

Die Frau die ihren liebsten Bruder auch Jahre nach dem Krieg noch suchen ließ, da er seitdem als vermisst galt. Briefe zwischen ihm und ihr habe ich erst vor kurzem das erste Mal gelesen und diese haben mir eine Seite von ihr gezeigt die ich nicht kannte.

Sie war mir eine wunderbare Oma, sie war eine Frau ihrer Generation und das brachte auch mit sich dass man von ihr als Enkel nicht "gepampert" wurde. Da hatte man noch Respekt und zwar aus der Selbstverständlichkeit heraus dass es eben so ist. Nie im Leben hätte ich mir erlaubt ihr gegenüber frech zu werden ... allein der Ansatz war strafbar ;-). Pubertät hatte sie bestimmt als Wort mal gehört aber das war kein Bonus der einem die Erlaubnis gegeben hätte sich "wir a offene Hosn" aufzuführen. Egal ob man 5 oder 15 war ... wenn Oma sauer wurde ..... "na servus".

So oft fallen mir Sprüche von ihr ein die sich in meinem Gedächtnis fest verankert haben und die ich sicherlich nie vergessen werde.

Wenn sie heute noch bei uns wäre würde sie sich bestimmt wundern wieso "de junga Leid dauernd auf so am komischen Ding umanandadrugga miasn", was es mit dem Internet auf sich hat und dass "im Fensea blos no Schmarrn lafd". 

Dass sie mit diesem Posting selbst "in dem Kastn" landet ... keine Ahnung was sie davon halten würde ... aber für mich ist es die Erinnerung an eine Frau die mich mit meiner Mutter am stärksten geprägt hat. Von ihr habe ich einen Teil meines Aussehens und sicher auch viel Kraft und Willensstärke mitbekommen.

Oma ...für mich bist Du immer noch da ... Du bleibst immer in den Herzen von uns Allen und wir werden uns wieder sehen! 
(und ja ich weiß was Du jetzt sagen würdest "lasds Eich bloß no lang Zeid damid!")


Das wunderbare Lied von "Die Seers - Oma" passt wie die Faust aufs Auge und darum hier der Link für Euch Alle!




Alles Liebe
Eure
Mimi 

Kommentare:

  1. Liebe Mimi, so schön, da bekomm ich ja Pipi in die Augen♥ Ich hätte deine Omi gerne kennengelernt. War ja eine sehr patente Frau.
    Sie erinnert mich an meine Omi, die war vom gleichen Kaliber. Hat mir auch häkeln, stricken, Kartenspielen, fluchen;-)) und noch einiges mehr beigebracht. Nicht immer zur Freude meiner Mama- aber zu meiner♥
    Sei ganz lieb gedrückt, die Oma wäre bestimmt erfreut über diesen Post, Puschi♥

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  2. Liebe Mimi,

    ein Post, der zu Herzen geht. Die Frauen dieser Zeit waren ganz besondere Menschen. Ich denke da auch an meine Oma, die Jahrgang 1907 war, und von der ich die Handarbeits-Gene über meine Mutter geerbt habe. Ich hatte allerdings das Glück, dass sie ihren Ur-Enkel noch kennengelernt und bis zu ihrem Tode jedes Jahr gesehen hat.

    Herzlichst

    Anke

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  3. Oh, Liebes,
    ich hab Tränen in den Augen!!!!
    Das hast Du sooooooooooo schööön geschrieben....seufz!
    Und Du hast wirklich ALLES von ihr, stricken, sticken, häkeln......kochen und backen, eh klar!!!! Ich kann´s bestätigen!!!!!! :-))))
    Ich schick ihr einen Gruß und Glückwünsche nach oben....
    Drück Dich,
    Deine Barbara

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  4. Ach, Mimi, wie süß ist das denn?. Das glaube ich gerne, dass Du Deine Oma in guter Erinnerung hast. Gerade wenn Du soviel von Ihr hast. Ich mußte auch ganz oft in diesen Tagen an meine Kindheit mit Oma und Mutter denken. Vielleicht aber auch bedingt durch den 3-Teiler im ZDF.
    Da ist vieles in mir hochgekommen, auch die Trümmer in Berlin, von den es auch noch viele gab, als ich auf die Welt kam. Wir haben als Schulkinder noch in den Ruinen gespielt.
    Aber nun wieder zu Dir. Ich habe mir auch gerade das Lied über Youtube angehört und jetzt sind mir auch die Tränen gekommen.
    Ich drück Dich ganz lieb (u.grüß die Omi, da oben, wenn Du an sie denkst!!!), die Ilona

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  5. Liebe Mimi,
    richtig hübsche Bilder von deiner Oma!
    Mein Papa hätte heute auch Geburtstag gehabt!
    Er ist 2010 ein Tag nach der Golden Hochzeit gestorben
    an dem Tag wollten wir eigentlich nochmal mit der
    Familie Essen gehen um die goldene Hochzeit nur im
    Familienkreis zu feirn,aber es kam alles anders!
    Ich vermisse ihn sehr!
    Schön das du immer noch so an deine Oma denkst!
    Lieben Gruß
    Lia

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  6. *Tränenwegwisch* schnief, denn wie hat schon Heintje gesungen <---Oma so lieb, Oma so nett, ach wenn ich Dich, meine Oma nicht hätt', wär's auf der Welt so traurig und leer, denn eine Oma wie Dich gibt's nie mehr...--->
    Habe mich ,und meine Oma in vielem wiedergefunden ^_^ auch an die Knopfschachtel, den fleischlosen Freitag, den Rosenkranz (den ich immer unbedingt als Kette haben wollte *pfeif*)und an noch sooo viele schöne Dinge, die wir gemeinsam erleben durften... bis heute habe ich ihre Stricksachen, mit einem Socken der fertig ist, und dem anderen halbfertigen, der sich noch auf den Nadeln befindet aufgehoben, da sie mir doch noch erklären wollt (zum 100x) wie man die Ferse strickt doch dazu sind wir leider nicht mehr gekommen :,( Doch irgendwann sehen wir uns wieder und vielleicht kappier ich dann endlich, wie man diese doofe Ferse strickt ;) bis dahin bleibt Omas Gestrick in ihren Korb und erinnert mich somit täglich an die wunderschönen Stunden mit ihr <3

    Viele Grüße an alle Omis dort oben :*

    Melanie

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  7. Ein wundervoller Post!!!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  8. Liebe Mimi,

    ich finde deine lieben Worte für deine Oma rührend. Auch hatte meine Ur-Oma sehr lieb und habe viel von ihr gelernt.
    Meine Ur-Oma, war auch so eine Frau-die alles erlebt hat und trotzdem immer ein offenes Ohr für uns alle hatte.
    Der Respekt, den du beschreibst, war auch bei uns immer vorhanden und trotzdem waren wir gut "aufgehoben". Ich habe viel von meiner Ur-Oma gelernt-zu lieben-lachen- und immer nach vorn zu schauen-trotz Kummer. Lass dich nie unterkriegen, es geht immer weiter!-Dies waren die Worte meiner Ur-Oma. Heute bin ich 6-fache Oma und denke oft an sie. Möchte ihr danken für ihr" immer da sein". Liebe Grüsse an dich RIKA aus Hamburg

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  9. Eine schöne Liebeserklärung...
    GGLG Astrid

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  10. Ich hab gerade deinen Blog gefunden.
    Was für ein berührendes Posting....
    ....

    Herzlichst
    yase

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  11. Wunderschönes Posting über deine Oma! In letzter Zeit muss ich sowieso viel an meine Oma denken - und das ist auch gut so! Ich vermisse sie - obwohl mir ihre Geschichten manchmal auf den Senkel gingen - heute würde ich sie gern zum 100sten Mal hören.

    LG,
    kroetinchen

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  12. Griaß Di Mimi,

    mei.... etz host ma echt die Tränen in die Augn trieben......
    So ein toller Post über Deine Oma!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Diese Generation hatte es wirklich nicht leicht und trotzdem haben sie alles gegeben und wie Du schon schreibst, die Zeiten warn einfach anders.... respektvoller!
    Ich finde übrigens auch, Du hast optisch sehr viel von Deiner Oma.
    Selber hab ich das Glück meine Oma immer noch bei mir zu haben und freu mich darüber sehr! Ich hab ein ganz ganz tolles Verhältnis zu Ihr - ähnlich wie Du hier schreibst - irgendwie ist sie trotz vieler vieler Enkel und Urenkel immer MEINE Oma.... liegt wahrscheinlich auch dran, dass ich als kleiner Quatschgerer eine Zeit lang bei Ihr gewohnt hab (meine Mama war damals schwer krank).... Omas sind etwas ganz ganz tolles... und ich genieße jede Stunde, die ich mit Ihr verbringen darf. Wir sehn uns ganz oft und wenns nicht geht, dass wir uns sehn, dann telefonieren wir....... ich mag garnicht an den Tag denken, an dem ich das mal nicht mehr kann............................ (oh je, jetzt heul ich schon wieder)
    Mimi, ein sooooooooo toller Post - Danke dafür - Deine Oma wär bestimmt stolz auf Dich!
    Ich drück Dich!

    Alles Liebe
    Christine

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  13. Sehr schön geschrieben mit zwei wundervollen Aufnahmen. Ich liebe diese alten schwarz-weiß Aufnahmen. Eine feine Oma hast Du gehabt und ich finde es toll, wie Du sie in Erinnerung behältst und diese auch pflegst. Erhalte es Dir.

    Liebe Grüße, Tanja

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