Samstag, 23. Juli 2011

Eigentlich ...

hätte ich Euch heute die Sachen gezeigt an denen ich gerade nähe.

Aber aufgrund der Ereignisse von gestern fände ich es nicht passend so zu tun als wäre alles in Ordnung.

Bisher 91 Tote durch die Anschläge in Norwegen, davon allein auf der Insel des Jugendcamps 84 erschossene Jugendliche.

In was für einer Welt leben wir eigentlich? 

Vom einen Kontinent erreichen uns Bilder die wir,  in einer Wohlstandgesellschaft lebend, garnicht begreifen können. Kinder mit riesigen Augen die um ihr Leben kämpfen und deren Eltern die versuchen einfach nur zu überleben. Eine Hungersnot mit ungeahnten Ausmaßen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass so etwas nicht früher abzusehen ist. Gerade von den reichen Ländern. Sicher, dort herrscht in einigen Gebieten seit Jahren Bürgerkrieg und die Regierung des Landes behauptet die Hungersnot wäre reine Propaganda ... kommt mir geschichtlich sehr bekannt vor aber dennoch könnte man dort nicht mit mehr Prävention vorgehen, durch Hilfsorganisationen oder ähnlichem?

Und dann ein Land gleich bei uns ums Eck. Ein Land in dem es keine Hungersnot gibt, in dem man davon ausgeht dass weitestgehend "normales" Gedankengut in den Köpfen der Menschen vorherrscht. In dem Eltern keine Angst haben müssen dass sie mit ihren Kindern hunderte von km zurücklegen müssen um nicht zu verhungern und dann kommt gerade da eine einzelne Person, sprengt ein Regierungsgebäude in die Luft, hat die Dreistigkeit sich als Polizist zu verkleiden, setzt auf eine Insel über und erschießt wahllos fast 100 Jugendliche von insgesamt 600? Das Leid so vieler Familien ist unvorstellbar und geht mir extrem nahe.


Auch mein Sohn war schon in Ferienlagern, auch er kommt in dass Alter in dem man ihn loslassen und ziehen lassen muss. Jahrelang tut man für sein Kind das Beste, möchte es beschützen und auf das Leben vorbereiten und dann kommt EINE Person, ein krankes Gehirn und zerstört diese jahrelange Liebe und Innigkeit. Nimmt einem die Chance sein Kind aufwachsen zu sehen, zu sehen wie es älter wird, selbst sein Leben meistert und eine eigene Familie gründet.

Zwei Extreme die extremer nicht sein können. Umso mehr wird mir klar dass nichts selbstverständlich ist, egal in welchem Land man lebt.


 
San Michele - Venecia - Grabstein an einem Kindergrab

Wenn Engel einsam sind

 

Wenn Engel einsam sind
in ihren Kreisen,
dann gehen sie von Zeit
zu Zeit auf Reisen.
Sie suchen auf der ganzen Welt
nach ihresgleichen,
nach Engeln, die in Menschgestalt
durchs Leben streichen.
Sie nehmen diese mit
zu sich nach Haus –
für uns sieht dies Verschwinden
dann wie Sterben aus.

*Renate Eggert-Schwarten*


Eure 
Mimi


edit: Die wunderschöne Grafik "I´m with you norway" gibts bei Betty!

Kommentare:

  1. Dein Posting kann ich zu 100% so unterschreiben und das Gedicht dazu ist wunderschön!

    LG
    Gabriele

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  2. Mir fehlen ebenfalls die Wort, auszudrücken, was seit gestern in mir vorgeht...
    du hast es auf den Punkt getroffen
    Danke für den Post
    glg steffi

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  3. ich muss jetzt ganz arg schlucken und kann Dir nur sagen, Deine Worte haben es genau auf den Punkt gebracht!
    Liebe Grüsse
    Doris

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  4. Gerne Mimi. Würde mich freuen, wenn es seine Kreise zieht.

    liebe Grüße von Betty

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  5. Liebe Mimi, mich bewegen die Ereignisse auch schon den ganzen Tag.
    GGLG Astrid

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  6. oh liebe Mimi.. mich bewegt das auch alles sehr.. ich habe aber trotzdem gepostet.. hab jetzt ein ganz ungutes Gefühl.. du hast nämlich sehr recht mit deinen Worten.. Bin noch am Überlegen was ich mache..dein Post ist sehr treffend..
    Eine herzliche Umarmung..
    Susi

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  7. liebe mimi,

    ganz anders wird mir, wenn ich deine zeilen lese.
    mein letztstand waren 10 tote jugendliche - ich bin erschüttert, dass es so viele in wirklichkeit sind und ich danke dir für deine worte und dein offenes posting heute,

    nora

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  8. Ich habe am Freitag , bevor ich von Norwegen gehört habe, mein Kind mit den Pfadfinder auf Sommerlager geschickt. Hätte ich das vorher gewusst, ich weiß nicht ob ich dann die Kraft gehabt hätte. So sitze ich hier und muß immer wieder an die Eltern denken.
    Wie schwer es jedesmal ist das Kind ziehen zu lassen. Aber auch mein 13 Sohn soll seine Flügel ausstrecken dürfen und Freiheit erfahren. Jedesmal sind wir unwahrscheinlich stolz wie viel erwachsener er nach dem Sola ist.
    Ich will mein Kind nicht beschneiden müssen, wegen den Verrückten dieser Welt. Ich kann nur hoffen und beten das nie etwas geschieht.
    Und solange bin ich mit den Eltern auf der ganzen Welt in Trauer die das Liebste verlieren was sie bestitzen.
    Lasst uns doch alle die Welt sicherer für sie machen und schaut auch was vor Euch auf der Straße und in den Häuser passiert.!
    Tschüss
    Doris

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